KONZEPT

Viele Wege führen nach Rom... dasselbe gilt für das Betreiben eines Aquariums.

Ich zeige dir hier, wie wir Aquarien privat und bei Kunden betreiben und es auch dir empfehlen würden, falls du selber "scapen" möchtest

Der Aufbau eines Aquariums bei Scape-it! besteht aus vier Teilen:

Aquarium und Unterschrank
Technik
Einrichtung
Besatz

In jedem dieser Bereiche kann man sich für unterschiedliche Wege entscheiden.
Wichtig ist aber, dass am Ende alles zusammen passt und harmonisch miteinander agiert.

Ich stelle dir im Folgenden die vier Bereiche vor und zeige dir jeweils den Scape-it - Way.

AQUARIUM & UNTERSCHRANK

Es gibt unzählige Hersteller mit vielen Aquarienkonzepten auf dem Markt und in den meisten Fällen macht es Sinn, auf eines davon zurückzugreifen. Bei speziellen Vorstellungen oder Gegebenheiten sind wir aber auch offen für Einzelanfertigungen.

Um ein passendes Resultat im Gesamtbild der Örtlichkeit zu erhalten, mache ich mir gerne vor Ort ein Bild.

Aquarium

Es gibt Aquarien in verschiedenen Massen und Formen. Es kann durch ein speziell tiefes (shallow) Becken ein Flusslauf imitiert werden oder mit einem tiefen (deep) Konzept der Blick ganz weit in die Ferne gezogen werden. Je nach Standort lassen sich einzigartige Looks gestalten.

Ich bevorzuge dabei Weissglasaquarien mit transparentem Silikon ohne Sicherheitsfugen oder Streben.

Unterschrank

Der Unterschrank wird meist passend zum Aquarium angeboten. Er sorgt für die nötige Stabilität und bietet Platz für die Technik. Der Schrank kann aus Holz oder verwandten Materialien sein, ich habe aber gute Erfahrung mit Aluminium gemacht, weil dabei durch Kontakt mit Wasser keine Verformung oder Rost entstehen kann und trotzdem eine gute Stabilität gewährleistet ist.

Optisch empfehle ich einen dezenten Unterschrank in Grau oder Weiss, um nicht dem Aquarium die Show zu stehlen.
Ich stehe natürlich auch nicht im Weg, mit einem Schreiner oder Metallbauer ein Einzelstück anfertigen zu lassen.


Technik

Die Technik bildet die Grundlage eines Aquariums.

Einige Elemente sind dabei unerlässlich für ein Aquarium, einige Unterstützen uns, eine gesunde Biologie zu gewähren und einige erleichtern uns die Pflege.

Dabei muss auch schon in der Planung überlegt werden, ob du dein Becken selbst pflegen wirst, oder wir den Service für dich übernehmen dürfen.

Essentielle Technik

Filter
Beleuchtung

Der Filter fängt störende Schwebeteilchen ein und beherbergt Material, das für das biologische Gleichgewicht im Aquarium sorgt.

Ich verwende fast ausschliesslich Aussenfilter. Sie sind Pflegeleicht, Leistungsstark, bieten Platz für genügend biologische Arbeitsfläche und stören allem voran nicht die Optik im Aquarium. Im Aquarium sind dann nur jeweils ein Einlass und ein Auslass aus Glas oder Acryl zu sehen, die fast unsichtbar sind.

Die Beleuchtung gehört auch zu der essentiellen Ausrüstung im Pflanzenaquarium. Licht generiert Pflanzenwachstum und regt die Photosynthese an. Die Pflanzen verbrauchen Nährstoffe, die durch Fische und Futter entstehen und produzieren Sauerstoff für die Fische

Zudem will niemand ein Dunkles Aquarium...

Ich arbeite mit kräftiger LED- Beleuchtung. LED ist effizient, gibt viel Licht, kräftige Farben und ermöglicht gutes Pflanzenwachstum. Zudem sind per App-Steuerung Sonnenauf- und untergänge simulierbar und die Lichtstärke und Farbe kann eingestellt werden.

Wichtige Technik

CO2
Heizung / Kühlung
Osmosewasser

In einem Pflanzenaquarium sorgen die Pflanzen für die Stabilität, indem sie Nährstoffe verarbeiten und Sauerstoff generieren. Die Pflanzen bestehen, wenn man den Anteil Wasser abzieht, zu 50-60% aus Kohlenstoff. Um genügend CO2 im Wasser gelöst zu haben, verwende ich wenn möglich immer eine CO2 Anlage im Aquarium.

Um keine Störenden Elemente im Aquarium zu haben, verwende ich meist Inline-Diffusoren, die in der Filterleitung das CO2 eingeben.

Unsere Pflanzen und vor Allem unsere Fische, in tropischen Gewässern beheimatet, fühlen sich in einem Temperaturbereich zwischen 22 und 25 Grad Celsius wohl. Um die Temperatur stabil zu halten, benötigt es in den meisten Szenarien eine Heizung. An gewissen Standorten könnte auch an gewissen Sommertagen ein Lüfter für die Kühlung Sinn machen.

Auch hier verwende ich wenn Möglich Inline Heizer, um keine Blicke auf sich ziehen zu müssen.

In den Flüssen, aus denen die Pflanzen und Fische kommen, die in Naturaquarien genutzt werden, ist das Wasser sehr Weich und leicht sauer. Das Wasser in der Schweiz ist meist durch die Berge ziemlich Hart und basisch und deswegen nur bedingt geeignet. Um die Kontrolle über die Wasserwerte zu haben, verwende ich deswegen Osmosewasser mit passenden Aufhärtesalzen.

Je nach Anwendungsfall können wir das Wasser bei Aufbau und Wartung mit unseren Osmoseanlagen generieren. Häufig macht es aber Sinn, eine eigene Frischwasserzufuhr zu ermöglichen.

Unterstützende Technik

Dosieranlage
Futterautomat

Dosieranlagen unterstützen uns, täglich die richtige Menge Dünger ins Aquarium zu geben. Es lässt sich präzise die Dosierung programmieren und nach Wunsch auch verteilt auf den Tag Dosieren. So entstehen keine Nährstoffüberreichen Zeiten und auch keine Nährstoffarmen. In genau diesen beiden Bereichen profitieren nämlich Algen, die besser angepasst sind an Nährstoffungleichgewichte im Wasser.

Für mich ist eine Dosieranlage immer die richtige Wahl. Besonders wer nicht täglich mit mehreren Flaschen in der Hand das Becken Düngen möchte, hat mit dieser Alternative einen grossen Gewinn. Wenn Scape-it! den Service übernimmt, ist eine Dosieranlage Standart.

Ähnlich wie die Dosieranlage hilft uns auch der Futterautomat dabei, durch eine programmierte Regelmässigkeit, Gleichgewicht ins Aquarium zu bringen. Der Unterschied ist klar: Sie bringt Futter für die Fische, statt die Pflanzen.

Fische füttern ist etwas sehr schönes. Wer sich jedoch nicht täglich die Zeit nehmen will oder kann, ist mit einem Futterautomaten gut bedient. Auch hier Standart, wenn wir den Service übernehmen sollten.

Um ein Aquascape selbst zu Pflegen, sind einige weitere Werkzeuge von Vorteil.
Gerne beraten wir dich, eine geeignete Ausrüstung auszuwählen, wenn du selbst Hand anlegen wirst. 

Einrichtung

Naturaquarien bringen den Anspruch mit sich, mit Naturmaterialien eingerichtet zu werden. Kein Plastik, keine Figuren oder ähnliches aus einer Industrie. Nur das, was man in unerforschter Natur finden könnte.

Das einzigartige Erlebnis, das man bei einem Blick in ein Aquascape hat, lebt auch davon, dass die Schönheit und Energie aus der Natur wirkt. Ich stelle als Scaper nur die Elemente so zusammen, dass sie ihre Wirkung voll entfalten können.

Bodengrund

Der Bodengrund hängt ab von den Pflanzen, den Fischen und der Optik, die gewünscht sind. Als Basis dient der sogenannte Soil, gebrannte, in Kügelchen gepresste Erde, die optimal für Pflanzenwuchs sorgt, ohne eine Schlammschlacht zu veranstalten. Den Soil verstecken wir in der Regel unter Pflanzen oder anderem Bodengrund, da er so seine Funktion ausüben kann, ohne optisch zu stören. Für den sichtbaren Bereich gibt es verschiedene Körnungsgrössen von Sand respektive Kies.

Jedes Aquarium hat seinen eigenen Stil. Mit dem richtigen Bodengrund wird ein Fundament gelegt, auf dem die Haupteinrichtungsgegenstände aufbauen können.

Hardscape

Hölzer und Steine bilden das Hardscape. Hart, weil sie sich im Unterschied zu den Pflanzen nicht ständig verschieben und verändern, sondern das Grundgerüst bauen.
Es gibt Einrichtungsstile nur mit Steinen, den sogenannten Iwagumi - Stil zum Beispiel. Und es gibt auch Stile mit nur Holz oder Wurzeln. Der Grossteil der Scapes verbindet aber diese beiden Materialien, um ein stimmiges Bild zu gestalten.
Bei beiden Elementen gibt es wiederum verschiedenste Varianten, die für ein Aquarium geeignet sind. Um aus vielen kleineren Teilen ein stimmiges Bild zu erstellen, braucht etwas Übung und ein geschultes Auge.

Ich baue mir das grobe Konzept eines Aufbaus bei mir in der Werkstatt zusammen, um die richtigen Stücke mit zu einer Einrichtung zu nehmen.

Gerne verwende ich Gestein aus einem lokalen Steinbruch für meine Scapes - Eigenhändig gesammelt und sortiert.

Pflanzen

Es würde ein riesiges Aquarium benötigen, um alle bekannten Unterwasserpflanzen in einem Becken darzustellen. Von Grün bis Rot, von Riesig bis Winzig, von Einfach bis Schwierig haltbar, vom Boden bis zur Wasseroberfläche; Die Möglichkeiten sind fast Unbegrenzt.
Passend zum Hardscape und zum Besatz sollten die Pflanzen ausgewählt werden. Einige Fische brauchen mehr Rückzugsmöglichkeiten, andere mehr freien Schwimmraum.
In erster Linie ist die Pflanzenauswahl aber eine optische. Die Pflanzen sollten einem gefallen. Als Pfleger ist man aber auch daran interessiert, etwas Pflegeleichtere Stücke einzusetzen.

Viele Pflanzenaquarien werden mit der Zeit zu Pflanzensammelbecken. Ich übe mich in meinen Aquarien gerne in Zurückhaltung und peile einen minimalistischeren Weg an. Oft ist weniger dann doch mehr.

Besatz

Unter dem Begriff «Besatz» verstehen wir alle Tiere, die bewusst in das Aquarium eingesetzt werden. In meinen Aquascapes konzentriere ich mich primär auf Fische, Garnelen und Schnecken, da sie perfekt mit der Gestaltung harmonieren. Natürlich lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Tierarten pflegen – dies geht jedoch meist mit Kompromissen einher, da manche Arten Pflanzen beschädigen oder das liebevoll gestaltete Hardscape durcheinanderbringen.

Fische

Das erste, woran man beim Wort «Aquarium» denkt, sind Fische. Doch die Fischhaltung steht immer wieder in der Kritik: Zu grosse Fische werden in winzigen Aquarien gehalten, scheue Arten ohne jegliche Rückzugsmöglichkeiten in kahle Becken gesetzt und Tiere auf grossen Messen den ganzen Tag in kleinen Plastikbeuteln purem Stress ausgesetzt.

Strukturierung

​In Naturaquarien haben wir meist den Vorteil, dass von Natur aus genügend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Doch bei bestimmten Layouts, wie dem Iwagumi-Stil, muss genau darauf geachtet werden, welche Fische sich in dieser offenen Umgebung überhaupt wohlfühlen. Umgekehrt gibt es Arten, die enorm viel freien Schwimmraum benötigen – für sie wäre ein dicht bepflanztes Dschungelaquarium die falsche Wahl.

Grösse

Die Grösse des Aquariums und die seiner Bewohner müssen harmonieren. Ich empfehle – nicht zuletzt aus optischen Gründen –, lieber auf eine grössere Gruppe kleiner Fische zu setzen statt auf wenige grosse Exemplare. Ein Becken mit grossen Fischen wirkt optisch oft kleiner, als es tatsächlich ist, während kleine Fische das Aquarium automatisch weitläufiger und grösser erscheinen lassen.

Eine Kombination aus einem Schwarm- oder Gruppenfisch und einigen wenigen Begleitfischen ist meist eine hervorragende Wahl. Doch genau wie bei den Pflanzen gilt auch hier manchmal: Weniger ist mehr. Ein grosser Schwarm einer einzigen Art gibt oft das faszinierendste Bild ab. Generell ist es ratsam, sich auf wenige Arten zu beschränken und diese dafür in artgerechter Gruppenstärke zu pflegen, statt einen bunten Mix aus unzähligen Arten zusammenzustellen. Das menschliche Auge sucht die Ruhe und Ausgeglichenheit, die uns auch in der unberührten Natur so fasziniert.

Menge und Zeit

Es gibt verschiedenste Faustformeln für den optimalen Fischbesatz. Ich orientiere mich hierbei an der Schweizer Gesetzgebung: Die Besatzdichte muss zwingend auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Art abgestimmt sein. Da ich mich im Vorfeld intensiv mit den Ansprüchen der Tiere auseinandersetze, weiss ich genau, welche Umgebung sie benötigen. Ob sich die Aquarienbewohner später wirklich wohlfühlen, zeigen sie uns ganz direkt über ihr natürliches Verhalten und eine prächtige Ausfärbung.

​Aus diesem Grund setze ich niemals Fische in ein frisch eingerichtetes Becken. Ich warte meist einige Wochen oder gar Monate, bis dieses neue Biotop eine stabile Biologie entwickelt hat. Der gefürchtete Nitritpeak zu Beginn – Nitrit ist für Fische hochgiftig – muss erst durch nützliche Bakterien abgebaut werden. Diese Mikrobiologie braucht Zeit, um heranzuwachsen. Zudem sorgen frisch eingebrachte Naturmaterialien in den ersten Wochen für stark schwankende Nährstoffwerte, die der Gesundheit der Tiere schaden könnten.

​Unser Ziel ist schliesslich ein stabiles, ästhetisches und langfristig erfolgreiches Aquarium. Um diese besten Ergebnisse zu erzielen, ist Geduld der wichtigste Faktor.

Garnelen & Schnecken

Garnelen und Schnecken ziehen bei mir in erster Linie als funktionale «Putzcrew» ein. Indem sie abgestorbene Pflanzenteile, Futterreste und Algen fressen, leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zu einer stabilen Beckenbiologie.

​Daher wirst du in fast all meinen Aquarien Sulawesi-Inlandsgarnelen und Posthornschnecken finden. Die Garnelen sind äusserst robust, unaufdringlich im Wesen und unermüdlich im Einsatz. Zudem ist ihre Vermehrungsrate so gut, dass der Stamm selbst dann stabil bleibt, wenn die Fische dem Nachwuchs nachstellen. Die Posthornschnecken wiederum sind nicht nur optisch attraktiv, sondern ebenfalls fleissige Helfer. Bei grösseren Aquarien setze ich zusätzlich auf Amanogarnelen oder grössere Schneckenarten, um die biologische Reinigungsmannschaft mit noch mehr «Power» zu unterstützen.


Fazit

Ein gelungenes Aquascape ist weit mehr als nur ein technisches System; es ist ein lebendiges Biotop, das durch die Harmonie von Technik, Naturmaterialien und Tierbesatz entsteht. Mein Ansatz bei Scape-it! beruht auf der Überzeugung, dass wir durch den Einsatz hochwertiger, meist fast unsichtbarer Technik und die konsequente Orientierung an natürlichen Vorbildern einen Lebensraum schaffen, der sich selbst trägt und entfaltet.

Dabei ist Technik kein Selbstzweck, sondern das unsichtbare Fundament, das uns die nötige Stabilität und Pflegeleichtigkeit garantiert, damit die Natur im Mittelpunkt stehen kann. Ob bei der Wahl des Aquariums, der effizienten Filterung, der CO2-Versorgung oder der Auswahl von Pflanzen und Besatz – jeder Schritt folgt einem klaren Konzept: Qualität, Minimalismus und das Wohl der Tiere.

Letztlich erfordert dieses Ziel vor allem eines: Geduld. Wenn wir der Biologie Zeit geben, sich zu entwickeln, belohnt uns das Aquarium mit einem stabilen, ästhetisch ansprechenden Stück Natur in Ihrem Zuhause, ihrer Praxis oder ihrer Firma, das Ruhe ausstrahlt und begeistert.

Natürlich versuche ich auch bestmöglich auf Kundenwünsche einzugehen. Das hier von mir beschriebene Konzept ist die Richtlinie, aus meiner Erfahrung und der Erfahrung anderer gewonnen, an der wir uns orientieren